Von Sabine Ruetz, Betreuerin der Schülerzeitung

Das erste Team der Online-Schülerzeitung „Der Spicker Rosenheim“ formierte sich unter der Leitung eines Teamers des Bundesvereins für Jugendmedienbildung.

Damals habe ich gelesen, Schüler seien zu motivieren, Spickzettel zu schreiben, die sie dann bei Klassenarbeiten verwenden dürfen und auch bewertet werden sollen. Nun, damit lag die Schülerzeitung bereits 2015/16 wohl voll im Trend – mit nur einem Unterschied: Der Spicker Rosenheim bewertet die Schule und nicht umgekehrt.

Vor nunmehr sechs Jahren habe ich auf Anregung eines lieben Kollegen damit begonnen, eine Schülerzeitung für die Berufliche Schule Rosenheim ins Leben zu rufen. Und dankenswerter Weise haben sich seitdem alljährlich zahlreiche junge Menschen gefunden, die diesem Ruf begeistert gefolgt sind und über ein ganzes Schuljahr hindurch an der und rund um die Schule recherchiert, fotografiert, geschrieben und beobachtet haben.

Waren es drei Jahre lang gedruckte Ausgaben, der „Tagesprophet“ umfasste sogar über 170 Seiten, über die sich die Schule einmal im Jahr freuen durfte, so war es nun Zeit, einen Schritt weiter zu gehen, innovativ zu sein, etwas ganz Neues zu machen – eben besagten Spicker zuzulassen, aber diesmal im World Wide Web.

Im Rahmen eines Workshops des Bundesvereins Jugendmedienbildung, initiiert und tatkräftig unterstützt vom Bayerischen Staatsministerium für Bildung und Kultus, Wissenschaft und Kunst wie von Schulleiter Dr. Marko Hunger sogleich befürwortet, besuchten die Pioniere des neuen Konzepts das ganze Schuljahr über acht Block-Seminare, geleitet von Julian Friesinger, in denen sie Wissenswertes darüber erfuhren wie Online-Journalisten arbeiten, um das neu errungene Wissen sofort in die Tat umzusetzen.

Das Resultat harter Arbeit, sehr viel Engagement und Motivation, aber auch Freude daran, war die Pionierarbeit und damit Gründung der Online-Schülerzeitung „Spicker Rosenheim“ – der erste Spicker, der offiziell in die Schule eingebracht und nicht minder auffällig beworben wird und jener, den ich jetzt schon wertschätze, ohne ihn bewerten zu wollen.

Man sagt in Fachkreisen „Aus Spickern lernt man“ und ich bin überzeugt davon, dass dies für die damals neu geschaffene Schülerzeitung der Beruflichen Oberschule mehr als zutrifft, nicht zuletzt deshalb, da sie unser Schulleben reflektiert und bereichert. Mittlerweile schwärmen die RedakteurInnen nämlich auch aus und berichten von Veranstaltungen und interessanten Ereignissen aus der Region ebenso wie über Errungenschaften und Neuigkeiten verschiedener Themengebiete.  So langsam etabliert sich eine Informations- und Unterhaltungsplattform, bis hin zum Zeitungsarchiv, weg von einer Mischung aus Schüler- und Abiturzeitung.

Im kommenden Jahr mutiert die Schülerzeitung zum Wahlfach, weshalb bis Weihnachten ein E-Paper und in weiterer Folge eine gedruckte Ausgabe erscheinen wird. Heuer ist es – wohl auch durch das relativ gedrängte Schuljahr – bei der Weiterführung und Betreuung der bestehenden Online-Ausgabe geblieben.

An dieser Stelle  bedanke ich mich von Herzen beim Redaktionsteam, das trotz Schul- und Unistress die Schülerzeitung der FOSBOS Rosenheim revolutioniert, in die weite Welt hinaus getragen und seither aktuell gehalten haben.

Es heißt, man soll Schüler zum Spicken motivieren – na, ich wüsste nicht, was ich lieber täte!