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Alkohol ist eine legale Droge!

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Alkohol wird in der Gesellschaft hochgepriesen und vor allem in Bayern gilt er als unerlässlich. Bereits in jungen Jahren kommen Kinder und Jugendliche in Kontakt mit der Droge. Vor allem Jugendliche sehen die Altersbeschränkung für Alkohol als willkürlich und bagatellisieren diese. 
Neurobiologen kritisieren diese Beschränkungen allerdings und fordern eine massive Verschärfung dieser, da sich das Gehirn bei Jugendlichen in einem intensiven Entwicklungsprozess befindet und Teenager für das Erlernen eines Suchtverhaltens besonders anfällig sind. 

Neurobiologischer Aspekt des Suchtverhaltens und kurzer Einblick in die anatomischen Grundlagen 

Der Konsum von Alkohol wird durch Sinnesempfindungen aufgefasst (haptische, optische und gustatorische Wahrnehmung). Durch elektrische Impulse werden die wahrgenommenen Informationen von einer zur nächsten Nervenzelle weitergeleitet. Der Konsum von Alkohol stört die natürliche Informationsweiterleitung. Genauer gesagt wird die Weiterleitung dadurch gestört, dass Botenstoffe wie Dopamin, Serotonin oder Noradrenalin durch Alkohol nicht mehr der erforderlichen Menge entsprechen, was das Fließgleichgewicht im Nervensystem beeinträchtigt. Nach oftmaligem Verzehr passen sich die Neuronen der Zufuhr der Droge an und funktionieren nicht mehr richtig, wenn der Alkohol ausbleibt.  

Die aufgenommenen Informationen kommen in den Hirnstamm in welchem sich die Umschaltstation zwischen Gehirn und Rückenmark befindet. Im Hirnstamm (lat. Truncus cerebri) sind alle lebenswichtigen und lebenserhaltenden Funktionen wie Atmung, Regulation des Herzschlags und Darmtätigkeit gespeichert. Auch die Funktion von Sympathikus und Parasympathikus wird hier koordiniert. Da Alkohol einen betäubenden Effekt auf das Nervensystem hat, kann im Hirnstamm im Extremfall die Regulation des Herzschlags und der Atmung gestört werden. Das liegt wiederum an der Beeinträchtigung der Produktion und Reaktion der Botenstoffe bedingt durch Alkohol.  

 

Im Kleinhirn  (lat. Cerebellum) befindet sich das Zentrum für das Erlernen von Bewegungsabläufen, dem Gleichgewichtsinn und der Muskelsteuerung. Deshalb beeinträchtigt die Droge schließlich auch die motorischen Bewegungsabläufe. Das Limbische System besteht aus dem Hippocampus, der Amygdala und dem Thalamus. Es ist zuständig für Gefühle, Motivation und Aufmerksamkeit. Es nimmt alle Informationen aus der Umwelt auf, leitet sie an das Großhirn (lat. Cortex) weiter und ist für deren Speicherung im Langzeitgedächtnis zuständig. Hier befindet sich auch das so genannte „Belohnungssystem“, welches für das Suchtverhalten eine relevante Rolle spielt. Der Hippocampus dient als Schleuse und beurteilt, welche Informationen mit welchem emotionalen Hintergrund an das Großhirn weitergeleitet, verarbeitet und mit welcher Intensität gespeichert werden soll. Grundsätzlich verknüpfen Teenager das Trinken von Alkohol mit einem sehr positiven Gefühl, was dem organisch-chemischen Ablauf, also der Ausschüttung von Dopamin und anderen Botenstoffen, die opiatähnliche Wirkung haben, zuzuschreiben ist. In der Amygdala werden die Informationen emotional bewertet, wobei emotional gefärbte und angenehme Inhalte leichter behalten werden als neutrale und unangenehme.  

Alkohol und Jugendlicher

Für viele Jugendliche ist die Wirkung des Alkohols sehr angenehm und sie verknüpfen damit viele positive Emotionen, wie Entspannung, sich gut fühlen und Spaß haben. Im Thalamus werden die Aspekte vorbereitet und es wird entschieden, was wirklich wichtig ist, bevor sie zur Großhirnrinde weitergeleitet werden. Alkohol greift damit hemmend, aber auch fördernd in die natürlichen Motivations- und Belohnungsabläufe ein. Die Informationen aus dem Limbischen System werden ans Großhirn geleitet, im Kurzzeitgedächtnis aufgenommen und im Langzeitgedächtnis gespeichert. Auch die höchsten geistigen Leistungen laufen in dieser Hirnregion ab. Außerdem liegen hier Seh-, Hör-, Sprach- und Lesezentrum. Im Falle eines regelmäßigen und erhöhtem Alkoholkonsums kann auch die Funktion dieser elementaren Zentren beeinträchtigt werden, wodurch die kognitive Wahrnehmung des Geschehens getrübt ist. Auch physische Schäden in puncto der Gehirntätigkeit wie zum Beispiel, der Gehirnschrumpfung was die emotionale Feinabstimmung in der Amygdala bewirkt, ist als mögliche Gefahr zu sehen. Die Spanne der Gefahren reicht also von akuten Beeinträchtigungen bis hin zu chronischen Beschwerden. 

 

Fazit 

Durch oftmalige Wiederholung werden die Faserverbindungen von einer zur nächsten Nervenzelle immer dicker, womit die Informationen immer schneller weitergeleitet und abgerufen werden können. Je häufiger also bestimmte neuronale Schaltkreise aktiviert werden, desto besser sind sie gebahnt und umso leichter aktivierbar (vergleichbar mit einem Trampelpfad). Es entstehen Regeln und Erwartungen, die eine gewisse Vorhersagbarkeit vermitteln, was wiederum dem Suchtpotenzial entspricht. Je öfter also Jugendliche die für sie positive Erfahrung mit Alkohol machen, desto intensiver ist diese Erfahrung im Langzeitgedächtnis gespeichert. Durch das Suchtmittel ist nicht nur die Weiterleitung im Nervensystem gestört, sondern auch unterbrochen, da regelmäßiger Konsum neuronale Verbindungen zerstört.