Wer Mode als oberflächlich bezeichnet, ist selbst oberflächlich!

Wer Mode als oberflächlich bezeichnet, ist selbst oberflächlich!

Am 28. Februar 2020, veranstaltete die Akademie für Modedesign eine Werkschau und anschließend eine Modenschau. Hierbei wurden die Abschlussarbeiten der Absolventen aus Modedesign, Marken- und Kommunikationsdesign und Mode Journalismus/ Medienkommunikation vorgestellt.  

Die um 17:00 Uhr beginnende Werkschau gab einen genauen Einblick in die verschiedensten Konzepte zu den unterschiedlichsten Themen.   

  

Backstage -Tour   

Eine Backstage-Tour für die Vorbereitungen der im Anschluss stattfindenden Modenschau, besuchten wir um 19:00 Uhr.  

Hierbei hatten wir die Möglichkeit verschiedene Intentionen, die hinter den Kollektionen der jeweiligen Modedesigner steckten, zu erfahren. So erzählte uns Anna Rei uns ihre  

Hintergrundgeschichte, ihrer Kollektion „904-Spendenkonto Tschernobyl“, welche als Bachelorarbeit anschließend auf dem Laufsteg präsentiert wurde.  

Ihre Geschichte:   

Die aus der Ukraine stammende Anna wurde als Kind von der Tschernobyl Katastrophe betroffen und implizierte dies in ihrer Kollektion. Durch Kleidungstücke angelehnt an Hilfskräfte, wie zum Beispiel Krankenschwestern und Feuerwehrmänner, die im Kampf gegen die Katastrophe ihr Leben riskierten, wollte sie das Leid von Tschernobyl vermitteln. Zusätzlich hatte sie einige Symboliken in ihre Kollektion eingebaut. So standen rote Streifen, die sich immer wieder in der Kleidung spiegelten, für die radioaktive Strahlung und die Farbe Rot für die Sowjetunion. Dennoch wollte sie trotz des vielen Leides etwas Positives miteinbringen und schloss somit ein Outfit mit ihrer Lieblingsfarbe, hellblau, in ihre Kollektion mit ein.   

Interview mit Esra Cilo & Tanja Eggebrecht   

Auf unsere Frage wie sie auf den Studiengang Modedesign aufmerksam geworden sind antwortete Esra, dass sie sich schon von klein auf bewusst war in diese Richtung zu gehen. Im Gegensatz absolvierte Tanja zuerst ein(Mode) Journalismus Studium, womit sie jedoch nicht glücklich war. Somit entschied sie sich für das Modedesign Studium an der AMD.  

Laut eigener Aussage beansprucht das Studium sehr viel Energie und Zeit, vergleichbar mit einem Vollzeitjob. Aus diesen Gründen meinten die Studentinnen das man für diesen Studiengang sehr viel Leidenschaft mitbringen sollte.   

Um an der AMD aufgenommen zu werden ist eine Mappe einzureichen. Daraufhin wird entschieden ob man zum Aufnahmetag eingeladen wird. Hierbei geht es darum seine Fähigkeiten in Form von Teamarbeiten und weiteren Aufgabenstellungen zu beweisen und mit ihnen zu überzeugen.   

Bei dem Studiengang liegt der Fokus darauf Kunst zu machen. So geht es weniger darum  

Alltagskleidung zu entwerfen und nähen, sondern mehr sich kreativ auszutoben und eine Story mit seiner Kollektion zu erzählen. Esra meinte es ist eine gute Möglichkeit sich selbst auszuprobieren und den eigenen Stil zu finden.   

Selbstverständlich ist der Traum beider, Modedesignerin zu werden und eine eigene Marke zu gründen. Jedoch sind sie sich einig erstmal für eine bekannte Marke zu arbeiten um somit viele Erfahrungen für ihren Traum zu sammeln.  

  

Die Modenschau   

Um 20:30 Uhr begann zum Finale des Abends die Modenschau. Dort präsentierten die Studenten/Studentinnen ihre Bachelorarbeiten, an denen sie viele Stunden mit Herzblut gearbeitet haben. Jede Kollektion war einzigartig und auf ihre Art und Weise umwerfend. Dass es bei diesem Studiengang, wie bereits im Interview erwähnt, hauptsächlich darum geht seine kreative Ader und Intention in den jeweiligen Kollektionen zu zeigen, wurde bei der Modenschau auf jeden Fall deutlich.  

Im Alltag ist es den meisten Leuten gar nicht bewusst wie viel Bedeutung Kleidung haben kann, denn viele kleiden sich ohne sich große Gedanken darüber zu machen.  

Selbstverständlich hat jeder seinen eigenen Style und möchte vielleicht damit seine Persönlichkeit ausdrücken.   

Doch es ist unglaublich wie viel mehr mit Mode vermittelt werden kann. Diesbezüglich ist es faszinierend in welchem Ausmaß, die Intentionen der Wlaks, interpretiert werden können.   

Nachdem wir die Modeschau genossen hatten wurden mit der Stimme der Jury die Wahl der Sieger des Abends bekannt gegeben.   

Schlussendlich ist uns klargeworden, dass Ralf Block recht mit seinen Worten „Wer Mode als oberflächlich bezeichnet, ist selbst oberflächlich“ hat.