We blame society but we are society ?

We blame society but we are society ?

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Schülern wird ständig das Gefühl gegeben nicht gut genug zu sein. Du hast keine 15 Punkte? Arbeite härter. 10 Punkte sind nicht genug. Aber wie sollen wir immer 15 Punkte bekommen, wenn die Tests so erstellt werden, dass es praktisch unmöglich ist? Wenn die Lehrer Fragen stellen über Sachen die im Unterricht  noch nicht einmal angesprochen wurden? Und bevor der Test überhaupt an uns übergeben wird, sagt uns der Lehrer, dass es praktisch unmöglich ist, volle Punktzahl zu bekommen. Und wir sollen nicht vor jeder Prüfung gestresst sein und das Bedürfnis haben uns zu übergeben, weil wir wissen, dass wir niemals gut genug sein werden? 

Teenager sind nicht faul, wir sagen nicht wie falsch das System ist, weil uns langweilig ist. Wir tun es, weil das System fehlerhaft ist. Schüler haben in der 6. Klasse die erste Panik-Attacke, brechen jede Woche unter dem Stress zusammen und Suizidgedanken sind inzwischen schon fast normal. In der Schule geht es nicht mehr daruzu lernen, sondern nur noch darum zu bestehen und wie viel Stress ein Schüler aushalten kann, bevor er zusammenbricht. Der Stress für die Schüler ist enorm und irgendwann wird es einfach zu viel. Dieser Punkt ist erreicht, wenn die Menge an Arbeit, die einem Schüler auferlegt wird, psychische Schäden hervorbringt und diesen Punkt haben wir längst überschritten.  

Stunden an Hausaufgaben jede Woche. Ist die eine Präsentation endlich fertig will der nächste Lehrer ein Referat hören. Die Ferien sind nicht mehr da, um sich zu entspannen, sondern nur noch, damit sich die Schüler auf Tests, Referate und Ausfragen vorbereiten können. Wann sollen wir unsere Energie zurückgewinnen? In der Regel schlafen Schüler viel zu wenig, was unserer Gesundheit schadet. Und trotzdem beginnt die Schule um acht, und wenn du mal nicht um acht Uhr da bist, wirst du gleich aufgeschrieben, was wenn dein Lehrer dich nicht mag in Nachsitzen enden kann.  Wir schlafen zu wenig, weil wir uns auf den nächsten Test vorbereiten müssen, für den wir noch nicht lernen konnten, weil wir für den vorherigen Test lernen mussten. Wir machen unsere Hausaufgaben in der Pause bevor sie fällig sind, weil wir zumindest ein paar Stunden schlafen wollten, in denen wir dann noch nicht mal schlafen konnten, weil wir uns Sorgen um die Ex gemacht haben, die morgen in unserem schlimmsten Fach geschrieben werden könnte.  

Die behandelten Themen sind für unser späteres Leben nicht mehr wichtig. Wir lernen Dinge die wir weder in unseren Jobsnoch in unserem Leben gebrauchen können. Wenn wir aus der Schule gehen, ist alles was wir mitbekommen ein Diplom, eine verlorene Kindheit und Wissen, dass sich nur schwer als Wissen bezeichnen lässt, mehr als das, was nach Jahrelangem Bulimie-lernen noch übrig geblieben ist. Doch im Erwachsenenleben scheitern wir plötzlich an den einfachsten Dingen. Wie wechsle ich einen Reifen, koche ich ein gesundes Essen und wie ging das gleich nochmal mit der Steuer?  

Aber es ist nicht nur das System, das junge Menschen zerstört, es ist das Umfeld und auch die Lehrer helfen nicht gerade. Die Schule wird schnell mal mit einem Gefängnis assoziiert. Verlassen Sie das Klassenzimmer nicht. Sprechen Sie nicht. Essen Sie nicht, außer in der dafür vorgesehen Zeit. Setzten Sie sich geordnet in Reihen. Wir hatten Angstattacken und mentale Breakdowns und danicht nur weil tausende Stunden unseres Lebens verloren gingen in Aufgaben für die Schule. Stunden, die wir hätten damit verbringen sollen zu erforschen, wer wir sind und wer wir sein wollen, für ein paar Jahre einfach nur Teenager sein, bevor der Ernst des Lebens los geht, sondern auch wegen einiger Lehrer und anderer Schüler. Die Schule ist ein Umfeld, in dem jeder beurteilt wird. Wir haben Angstattacken, weil wir vor der Klasse und vor einem Lehrer sprechen müssen. Menschen die dich be- und verurteilen. Und dann bekommen wir auch noch eine Note, die vollkommen davon abhängt, ob dich der Lehrer mag oder nicht. Mag er dich nicht gibt es immer einen Grund dir den Punkt weniger zu geben, der dir zur besseren Note fehlt und wenn es nur deine schlechte Körperhaltung war. 

Aber was soll ich denn jetzt dagegen tun? Es ist das System, ich kann das System nicht ändern. Also mache nicht mich dafür verantwortlich, ich befolge doch auch nur die Regeln die das Kultusministerium mir stellt.  

Nein. WIR sind das System. Wer etwas tun will, der findet eine Möglichkeit. Und in jedem Fall kann man bei sich selbst anfangen. Wir Schüler sollten aufhören, alles unter 4 Punkten als gescheitert zu bezeichnen. Es mag nicht gut sein, aber die Welt endet nicht deswegen. Wir sollten aufhören uns selbst so viel Stress zu machen. Es einfach mal hinnehmen. Wenn wir für diesen einen Test keine Zeit haben zu lernen, gut, dann halt nicht.  

Die Lehrer sollten aufhören, uns das Gefühl zu geben, dumm zu sein, wenn wir Fragen stellen. Es mag ja sein, dass ich das wissen sollte, aber ich weiß es eben einfach nicht. Erklären Sie es mir. Ich habe gefragt, weil ich die Antwort so wissen will. Also anstatt mir zu sagen, dass ich das vor drei Jahren doch gelernt habe, erklären Sie es mir doch einfach. Ich würde nicht fragen, wenn ich es wüsste.  

Jeder in der Schule sollte versuchen, verständnisvoller und insgesamt freundlicher zueinander zu sein, Schüler und Lehrer. Ich weiß, dass die Schule unsere erste Priorität sein sollte, aber das Leben ist teuer, also arbeiten viele von uns, während wir versuchen uns in der Schule anzustrengen. Wenn es nun beispielsweise um einen Nachtermin geht, können auch die Lehrer weiteren Stress vermeiden. Anstatt uns mit unnötigen Phrasen wie: „Schule ist euer Job.“ an den Kopf zu werfen und den Test an einem für uns ungünstigen Termin zu lassen, redet mit uns. Es gibt meistens einen Termin der für beide, sowohl Lehrer als auch Nachschreiber besser passt. Wir haben genug Stress damit, dass wir den Test nachschreiben müssen, die extra Belastung, dass wir Arbeitszeiten verschieben müssen ist in den meisten Fällen höchst unnötig. Wir sollten alle versuchen verständnisvoller für die Situation des anderen zu sein. 

Wir sollten versuchen, dem Unterricht mehr Aufmerksamkeit zu schenken, uns öfter zu melden und uns nicht wie Berserker aufführen. Die Lehrer sollten versuchen, den Unterricht auch zu beenden, wenn die Glocke läutet. Unsere Züge warten nicht auf uns und keiner will eine Stunde später heimkommen nur weil Sie diese eine Aufgabe noch fertig bekommen wollten.  

Die Schule ist hart für uns. Es ist nicht in Ordnung, dass die psychische Gesundheit vieler Schüler in einem so schlechten Zustand ist und wir uns praktisch Naturkatastrophen wünschen, damit die Schule ausfällt. Es gibt so viele Schüler, die mit psychischen Erkrankungen zu kämpfen haben, und auch wenn diese nicht von der Schule verursacht wurden, so gibt es doch einen Zusammenhang. Auf jedem Schüler liegt ein enormer Druck. Das System wird nie perfekt sein, aber es ist an uns es besser zu machen.