Es lebe das Klischee!!!

Der Gong ertönt und wie ferngesteuert lassen alle ihre Stifte fallen. Endlich Mittagspause! Schon gehen die ausgelassenen Gespräche los. In einer Ecke des Klassenzimmers wird UNO gespielt, andere reden übers Wochenende. Doch zwischen diese fröhlichen Gespräche mischt sich eine Aussage, die mich nachdenklich macht.

„Frauen haben es im Leben viel leich-
ter, die liegen den ganzen Tag nur im
Bett und warten darauf, dass der Mann
das Geld nach Hause bringt.“

Das war nicht die erste sexistische Äußerung, die wie eine Gewitterwolke durch unser Klassenzimmer spukt. Ich bin mir sicher, dass das nicht nur bei uns so ist. Kaum jemand wurde noch nie mit Sexismus konfrontiert, doch oft bemerken wir das gar nicht mehr. Dieses und viele Gender-Klischees begleiten uns schon unser ganzes Leben: Bei einer Kinderfaschingsparty sind alle Mädchen Prinzessinnen und alle Jungs Cowboys. Was wäre wohl, wenn ein Mädchen sich als Cowboy verkleiden würde? Oder ein Junge ein Prinzessinnenkleid tragen würde? Es wäre merkwürdig… aber warum? Die Frage ist eigentlich: Warum lassen wir das zu? Weil die Gesellschaft uns das so vorgibt… aber warum machen wir da mit? Auf der einen Seite wollen Frauen nicht benachteiligt werden, stellen sich selbst aber als schwach und dumm dar, wenn es ihnen gerade passt.

„Ich bin ein Mädchen, ich darf das!“

„Jungs machen sowas nicht!“

Ist uns eigentlich klar, was wir damit tun? Wir begrenzen unsere Möglichkeiten ohne, dass wir es bemerken. Ich will damit nicht sagen, dass Sexisten im Recht sind! Sexismus ist moralisch sehr verwerflich und durch nichts zu entschuldigen. Es ist allerdings so, dass es etwas Derartiges immer geben wird. Deshalb sollte man Probleme, welche die Gesellschaft betreffen, immer zu aller erst bei sich selbst lösen, bevor man andere kritisiert.


„Man (/Frau) sollte immer erst vor
der eigenen Haustür´ kehren.“